Londonurlaub mit Dagmar 2005
Reisebericht
Wo fange ich am Besten an? Der Anfang bietet sich dafür sicher gut an...
Nunja. Ursprünglich hatte ich mir in den Kopf gesetzt, eine England-Tour zu machen. Sprich: Mit einer Freundin ein Auto mieten
und dann auf eigene Faust quer über die Insel fahren. Das Problem dabei war jedoch, daß ich dafür noch nicht alt genug war.
In England muss man nämlich 21 oder älter sein, um ein Auto mieten oder damit fahren zu können. Dennoch wollte ich unbedingt
dort hin, also entschieden Dagmar und ich, daß wir einfach eine Woche lang nur nach London fliegen. Dort braucht man kein Auto...
Gesagt, getan!
Im Mai, glaube ich, hat Dagmars Mutter uns eine Städtereise mit Flug, Hotel und U-Bahn-Karte (Gesamtraum London) heraus gesucht,
die wir dann sofort gebucht haben. Allerdings war die Wartezeit bis zum eigentlichen Abreisetermin noch ziemlich lange... Die
Zeit hab ich mir ja dann anderweitig vertrieben :D
Am Freitag, den 16.09.2005 bin ich dann mit Koffer und Handgepäck direkt zum Flughafen gefahren. Meine Eltern und meinen Freund
im Schlepptau. Dagmar und ich wollten den Vorabend-Check-In ausnutzen. War eine ewig lange Schlange vor den Schaltern und dann
standen wir auch noch vor dem Falschen und mussten uns um orientieren...
Danach hieß es Abschied nehmen, was gar nicht so einfach war...
Ich übernachtete bei Dagmar, da sie näher am Flughafen wohnte. Und am nächsten Morgen um 4 Uhr oder so standen wir dann schon
auf um zum Flughafen zu fahren. Die Nerven flatterten ganz schön, schließlich war das mein erster Urlaub (auch noch im Ausland
mit dem Flugzeug) ohne Eltern...
Der Flug (Air Berlin, Nürnberg bis London, Stensted) verlief ohne weitere Vorkommnisse, bis auf lätschiges Sandwicht als
Frühstücksmahlzeit, und dauerte ca. 1 Stunde.
Am Flughafen in England angekommen, mussten wir erst mal Koffer suchen und dann ab in den Zug nach London. Der Zug fuhr ca. 45
Minuten und kostete uns so 35 Euro (Hin- und Rückfahrt). In London selbst erst mal mit der U-Bahn weiter zum Piccadilly
Circus, denn dort lag unser Hotel! Irgendwann unterwegs verlor ich eine Rolle von meinem Koffer, sodaß das Schleppen etwas
anstrengender wurde.
Das Regent Palace Hotel lag also direkt in der Stadt und wir hatten somit perfekte Anbindungen zu allen möglichen Orten in
London. Es lag ein wenig versteckt in einer Seitenstraße hinter der großen Leuchtreklame, aber wir haben es dann doch recht
schnell gefunden. Die Rezeption war recht ordentlich und sauber. Unser Zimmerchen, daß wir bekommen haben auch. Ein bißchen
klein vielleicht und Dusche/WC ähnelten mehr einem Camping Klo/Dusche, aber wir konnten für das Geld wirklich nicht meckern.
Frühstück war im Preis mit inbegriffen. Man konnte sich täglich pro Person eine Plastikschachtel holen. Inhalt: Ein
merkwürdiges Brötchen, ein ebenso merkwürdiges Hörnchen, einen Apfel, Plastikbesteck, ein Becher O-Saft, Pulverkaffe/-tee und
so viel Marmelade, wie man wollte...
Also nicht gerade das Gelbe vom Ei, aber es hat uns gereicht, irgendwie...
Wie wir feststellten, ist London allgemein kein guter Ort für Nahrung. Ein richtiges Restaurant kann man sich gar nicht
leisten. Wir haben zumeist Pizza, Pommes oder Sandwiches gegessen. Etwas anderes hat man auch kaum gefunden. Nicht mal einen
richtigen Supermarkt, so wie man ihn hier in Deutschland vorfindet, haben wir gesehen. Entweder, die haben ihre Läden gut
versteckt, oder sie kochen sich selbst nie etwas...
Auf jeden Fall haben wir an jedem Tag ein anderes Eck von London abgeklappert.
Ach, es war einfach wunderschön! Wo man hinsieht, kleine Mini-Schlösschen mit Erkerchen und Türmchen. Pub's ohne Ende! Wir
haben sogar bei einem Karaokeabend mitgemacht... ‚A hole new world' haben wir zusammen gesungen. Das war schon sehr lustig.
Irgend so ein Möchtegern-Macho hat mir erzählt, er hätte ne eigene TV-Show und hat mir dann auch noch gleich sein
Bauchnabelpiercing, eingefasst in einen widerlichen Waschbrettbauch, gezeigt. Ich habe nicht schnell genug weg sehen können...
dachte wohl, das wäre was beeindruckendes... :P
Das Musical Woman in Withe, von Andrew L.Webber, haben Dagmar und ich zusammen angesehen. Ich wundere mich immer noch, wie
viel ich tatsächlich verstanden habe, obwohl ja alles auf englisch war. Es ist ein sehr anspruchsvolles und mystisches Stück.
Wir haben dann in der Pause so einen netten jungen Mann mit hellbraunen Locken gefragt, worum es eigentlich genau geht *g*.
Das Thema kann ich selbst gar nicht wiedergeben, denn irgendwie war es schon etwas konfus... vielleicht kommt es ja mal zu uns
nach Deutschland, dann versteh ich alles vielleicht besser :P
Ich selbst bin dann noch in das Musical Guys and Dolls gegangen. Ich musste dort unbedingt rein, denn der Hauptdarsteller war
Ewan McGregor!!! Nach der Vorstellung hab ich extra noch gewartet, ob Ewan raus kommt. Aber der Idiot musste ja angeblich
gleich zu seiner Familie. Hmpf... Aber obwohl ich in der letzten Reihe stand(!), hab ich doch die ganze Zeit nur herum
gesabbert. Bewegen kann der sich! Holla... da wär mir beinahe die Zunge raus gefallen (sorry Keks :D).
Sehr interessant waren auch die London Dungeons! Man läuft bestimmt 2 Stunden durch ein riesen großes Horror Kabinett. Dagmar
und ich sind oft schreckhaft und Händchen haltend gelaufen. Das war wirklich einen Besuch wert und kann ich jedem nur
wärmstens empfehlen! Mehr will ich da auch gar nicht verraten, denn die Bilder sprechen für sich.
Das Wachsfiguren Kabinett hingegen war nicht ganz so toll, wie gedacht. Irgendwie hatte ich mehr Prominente erwartet. Aber
dafür hab ich einen Heiratsantrag von George Clooney bekommen und Sir Anthony Hopkins die Hand geschüttelt! Was will man
eigentlich mehr?! :D
Was man sich auch mal ansehen sollte, ist das Shakespeare Globe Theatre. Die Bauweise, die Form und der Stil sind einfach
phantastisch! Mitten in der Großstadt steht ein kleines, rundes Gebäude im Fachwerk-Stil und lächelt einem beinahe schon zu.
Im Inneren fühlt man sich tatsächlich in die Zeit von Shakespeare's Theaterstücken zurück versetzt und bekommt richtig Lust,
selbst mal auf die niedliche, wundervoll gearbeitete Bühne zu steigen.
Weiterhin waren wir noch in St. James Cathedral und St. Paul's Chathedral. Erstere ist ein winziges bischen kleiner, als
zweitere. In der St. Paul's Chathedral war einfach alles sehr pompös her gerichtet und man musste eine halbe Ewigkeit Treppen
steigen, bis man die Aussicht von der großen Kuppel genießen konnte. Hat sich aber wirklich gelohnt, daß uns danach die Füße
brannten! Man konnte zwar nicht annähernd über ganz London hinweg sehen, hat aber dennoch eine sehr weite Aussicht erhalten.
Die berühmte Westminster Abbey haben wir uns nur von außen angesehen. Da war uns der Eintritt dann doch zu teuer und wir waren
auch schon so ganz gut beschäftigt.
Sehr schön war auch der Ausflug nach Covent Garden. Ein richtig schöner Ort, um einfach mal gemütlich und entspannt Bummeln zu
gehen, sich die Auslagen der zahlreichen Stände anzusehen und den Straßenkünstlern zuzusehen.
Auf einem unserer zahlreichen Spaziergänge durch die Stadt, sind wir dann zufällig auf China Town gestoßen. Es war wirklich
reiner Zufall, denn wir hatten so überhaupt keinen Plan, wo wir eigentlich hin laufen wollten. Eigentlich ist China Town nicht
wirklich hoch interessant. Es ist einfach nur eine Straße, an dessen Enden jeweils ein großes Tor im chinesischen Stil steht.
Bunte Lampions hängen zwischen den Häuserpalisaden und natürlich tummeln sich dort zahlreiche Chinesen. Wer hätte das gedacht?!!!
Ein wunderschönes Gebäude ist auch der Tower of London. Auf den Fotos kommt er leider überhaupt nicht so rüber, wie ich ihn in
echt gesehen habe. Ich liebe die vielen Erckerchen und Türmchen, allerdings wäre es mir zum darin wohnen ein bißchen zu groß.
So ein kleines Stück davon abbauen und bei mir daheim hinstellen.. das wäre was...
Nunja... die Tower Bridge haben wir im Anschluß natürlich auch überquert. Mir gefallen die blauen Farben besonders gut und die
Türme darauf würden auch sehr gut zu meinem zukünftigen Schloß passen :D
Den Buckingham Palace, den Big Ben und als Harry Potter Fan natürlich Bahnhof King's Cross haben wir uns auch mal angesehen.
Der B. Palace ist mir, um ehrlich zu sein, zu groß und zu klobig. Darin würde ich nicht wohnen wollen. Der Big Ben ist nett
anzusehen, auch wenn er mir ein wenig zu goldig ist *g*. Ich finde es nur immer faszinierend, wieviel Kleinstarbeit in den
Bauten dort steckt. Und da spreche ich nicht nur von den großen Sehenswürdigkeiten. Auf King's Cross hab ich natürlich gleich
nach Gleis 9 ¾ gesucht! Doch was macht Maralein, wenn sie alleine und hilflos durch die Gegend gondelt? Genau! Sie übersieht
wieder die Hälfte! Nunja.. ich bin dran vorbei gelaufen *hust*. Also ein klarer Beweis dafür, daß ich doch nicht
Hogwarts-tauglich bin... verdammt!!! Dagmar hat es natürlich wieder gleich gefunden... ich hasse sie! :P
Nunja.. die Zeit, die wir nach all dem dann noch übrig hatten, haben wir hauptsächlich in Parks verbracht. Der Hyde Park hat
uns gar nicht gelegen. Irgendwie war dort alles so flach und trocken. Wo man hinsah nur Wiese und ab und zu mal ein Baum, von
dem ein Eichhörnchen herunter hüpft. Der St. James Park war da schon sehr viel interessanter. Er besitzt einen See mit einer
kleinen Insel, die 'Duck Island' genannt wird und das zu gutem Recht! Der Park war wunderschön angelegt, mit vielen Pflanzen
und wie der Name verlauten lässt: Enten ohne Ende!
Was uns allerdings etwas schockiert hat, war die Tatsache, daß es dort auch kanibalische Pelikane gab....
Nichts ahnend fliegt eine kleine Ente los und was macht der dumme, große Vogel? Er schnappt mit seinem Monstermaul zu. Schwupp
hat man nur noch den Kopf und einen Teil des Flügels von der Ente gesehen. Da die aber im ganzen Stück nicht durch den dünnen
Hals des Pelikans gepasst hat, musste der die Ente erst mal zurecht kauen... Man hat davon zum Glück nichts mehr gesehen...
Das war dann auch der Zeitpunkt, wo wir unsere Koffer nahmen und abreisten. Am Ende hätten die Monster-Pelikane noch uns
aufgefressen... *grusel*
Fazit: Ein sehr anstrengender, aber dennoch unheimlich schöner Städteurlaub!
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